Fahrzeug nivellieren
Neigung ablesen, BRAIN kalibrieren und den Höhenausgleich in Zentimetern anzeigen lassen.
Das BRAIN misst, wie schräg dein Fahrzeug steht, längs und quer. Mit Spurweite und Radstand rechnet die App den Winkel in Zentimeter um und nennt dir, wo Keile oder Rampen hingehören. Diese Anleitung zeigt den Weg am Beispiel eines Kastenwagens.
Das brauchst du
- Revotion-App 1.2.14 oder neuer und BRAIN-Firmware 2.4.0 oder neuer für die Anzeige in Zentimetern.
- Eine Bluetooth-Verbindung zum BRAIN. Über REMOTE zeigt die App keine Neigung an.
- Ein BRAIN mit Lagesensor. Das BRAIN Lite hat keinen und zeigt deshalb keinen Neigungswinkel.
- Als Fahrzeugart ist „Camper“ gewählt. Für Boote gibt es keinen Höhenausgleich.
- Einen möglichst waagerechten Stellplatz für die Kalibrierung und ein Maßband für Spurweite und Radstand.
Neigungswinkel öffnen
Tippe im Seitenmenü auf Konfiguration. Du landest in der Übersicht „Mein REVOTION® Netzwerk“.
Tippe unter „Systemeinstellungen“ auf die Kachel Neigungswinkel.
Fehlt die Kachel, ist die Firmware des BRAIN zu alt oder dein BRAIN hat keinen Lagesensor. Wie du die Firmware aktualisierst, steht im Artikel Wie update ich mein Brain?
Einbaulage wählen
Das BRAIN muss wissen, wie es im Fahrzeug sitzt. Scrolle im Dialog zum Abschnitt Brain-Position im Camper.
- ① Auswahl: Jede Zeile steht für eine Fläche: Boden, Decke, Stirnwand, Rückwand, Wand links oder Wand rechts. Tippe in der passenden Zeile auf das Bild, das so ausgerichtet ist wie dein BRAIN.
- ② Ausgewählt: Hier steht deine Wahl im Klartext, im Beispiel „Boden · Stecker nach Hinten“. Vergleiche den Satz mit dem Einbau in deinem Fahrzeug.
Stimmt die Einbaulage nicht, rechnet das System die Neigung falsch um. Ans BRAIN übertragen wird die Wahl, sobald du im nächsten Schritt die Kalibrierung startest.
Kalibrieren
Stell das Fahrzeug waagerecht, bevor du kalibrierst. Das BRAIN merkt sich diese Lage als Nulllage, und alle späteren Werte beziehen sich darauf.
- ① Kalibrierung starten: Halte das Fahrzeug danach mindestens 10 Sekunden still, also nicht einsteigen und nichts bewegen. Die App zeigt „Fahrzeug ruhig halten…“. Es kann auch etwas länger dauern.
- ② Kalibrierung löschen: Verwirft die Nulllage wieder. Die App zeigt dann keine Neigung mehr an, bis du neu kalibrierst.
Ist die Kalibrierung fertig, steht in der Karte Kalibriert mit grünem Haken. Hat sich das Fahrzeug währenddessen bewegt, meldet die App das. Starte die Kalibrierung dann einfach noch einmal.
Neigung in Grad ablesen
Nach der Kalibrierung stehen oben im Dialog die Messwerte.
- ① Gemessene Neigung: „Längs · X-Achse“ ist die Neigung von vorn nach hinten, „Quer · Y-Achse“ die von links nach rechts. Darunter steht die Bewertung, im Beispiel „Leichte Neigung“.
- ② Höhenausgleich: Solange Spurweite und Radstand fehlen, steht hier nur der Hinweis, sie in den Fahrzeugdaten einzutragen. Eine Zentimeterzahl gibt es erst mit diesen Maßen.
Die App rät hier bewusst nicht. Ohne die Maße deines Fahrzeugs wäre jede Zentimeterzahl geschätzt.
Spurweite und Radstand messen
Für den Ausgleich zählt, wo dein Fahrzeug aufsteht, und nicht, wie groß der Aufbau ist. Miss deshalb am Fahrwerk:
- Spurweite: der Abstand der beiden Räder einer Achse, von Reifenmitte zu Reifenmitte. Gemeint ist nicht die Breite des Aufbaus.
- Radstand: der Abstand von der Mitte der Vorderachse bis zur Mitte der Hinterachse. Gemeint ist nicht die Länge des Fahrzeugs.
- Beide Werte findest du meist auch in den technischen Daten des Fahrzeugherstellers.
Der Unterschied ist groß: Mit Breite und Länge des Aufbaus fiele der Ausgleich quer rund ein Viertel und längs fast doppelt so hoch aus.
Maße eintragen
Öffne das Seitenmenü und tippe unter „Mein Fahrzeug“ auf das Bild. Es öffnet sich „Fahrzeugdaten eingeben“.
Trage unter „Abmessungen“ zuerst Länge und Breite ein, falls sie fehlen. Scrolle dann zum Abschnitt Nivellierung.
- ① Spurweite: in Metern, im Beispiel 1,81.
- ② Radstand: in Metern, im Beispiel 4,04.
- ③ Bezug des Radstands: „Achse ↔ Achse“ für Wohnmobil und Kastenwagen, „Achse ↔ Stützrad“ für den Wohnwagen. Davon hängt ab, welche Anweisung die App dir später gibt.
Scrolle ganz nach unten und tippe auf Speichern.
Die Spurweite kann nicht größer sein als die Breite, der Radstand nicht größer als die Länge. Gibst du mehr ein, setzt die App den Wert auf diese Grenze und weist dich darauf hin.
Kachel auf den Homescreen legen
Öffne das Seitenmenü und tippe auf Widget hinzufügen, dann auf Instrumente.
Scrolle zu den Kacheln mit dem Titel „Neigungswinkel“ und tippe die gewünschte an. Sie landet sofort auf deinem Homescreen.
Es gibt fünf Varianten: eine große mit beiden Achsen und Bewertung, eine breite, eine hohe und zwei kleine, die nur die Längs- oder nur die Querneigung zeigen.
Schließe die Auswahl danach über den Pfeil und das X oben links.
Ausgleich ablesen
Die Kachel zeigt die Neigung laufend an. Mit den Maßen aus Schritt 7 steht unter jedem Winkel jetzt der Ausgleich in Zentimetern.
- ① Bewertung: „Fahrzeug eben“, „Leichte Neigung“ oder „Starke Neigung“.
- ② Längs: der Winkel, die Richtung („hinten hoch“ oder „vorne hoch“) und der Ausgleich, im Beispiel 9 cm.
- ③ Quer: der Winkel, die Richtung („rechts tief“ oder „links tief“) und der Ausgleich, im Beispiel 7 cm.
Die Zahl ist der Höhenunterschied zwischen den beiden Auflagepunkten. Um so viel muss die tiefere Seite hoch.
Keile und Rampen setzen
Wo genau du unterlegen musst, steht im Dialog. Öffne dazu wieder Konfiguration und Neigungswinkel. Die Kachel auf dem Homescreen öffnet ihn nicht.
- ① Längs: „Vorderachse anrampen“ oder „Hinterachse anrampen“. Beim Wohnwagen steht hier „Stützrad hochkurbeln“ oder „Stützrad herunterkurbeln“.
- ② Quer: „Keile unter rechts“ oder „Keile unter links“.
- ③ Doppelachse: Leg die Keile unter beide Räder der Seite. Ist nur ein Rad angerampt, hebt sich der Aufbau nur rund halb so weit.
Im Beispiel heißt das: die Vorderachse um 9 cm anrampen und die rechte Seite um 7 cm unterlegen.
Ergebnis prüfen
Fahr auf die Keile oder Rampen und schau wieder auf die Kachel. Die Werte folgen der Bewegung des Fahrzeugs.
Steht das Fahrzeug gerade, zeigt die Kachel Fahrzeug eben, und der Ausgleich steht bei 0 cm.
Als eben gilt alles unter 1,5°. Bleibt ein kleiner Rest, kannst du ihn in der Regel so lassen.
Die Anzeige lesen
- Unter 1,5°: „Fahrzeug eben“. Die Linie unter dem Fahrzeug ist türkis.
- 1,5° bis 2,9°: „Leichte Neigung“. Zahl und Linie werden gelb.
- Ab 3°: „Starke Neigung“. Zahl und Linie werden rot.
- Für die Bewertung zählt die stärkere der beiden Achsen. Die Zentimeterzahl trägt immer die Farbe ihres Winkels.
- Bis 0,2° nennt die Kachel keine Richtung. So springt der Text bei kleinsten Bewegungen nicht hin und her.
- Die Zeichnung kippt etwas stärker als das echte Fahrzeug, damit du auch kleine Winkel erkennst. Die Zahlen daneben sind die echten Werte.
- Steht ein Strich statt einer Zahl, ist das BRAIN nicht kalibriert oder es liegen gerade keine Messwerte vor.
So rechnet die App
- Quer: Spurweite mal Sinus der Querneigung.
- Längs: Radstand mal Sinus der Längsneigung.
- Faustregel: Ein Grad Neigung entspricht rund 1,7 cm je Meter Spurweite oder Radstand.
- Die App rundet auf ganze Zentimeter.
Wohnwagen und Doppelachse
- Wohnwagen: Wähle als Bezug „Achse ↔ Stützrad“ und trage als Radstand den Abstand von der Achse bis zum Stützrad ein. Die App nennt dir dann, ob du das Stützrad hoch- oder herunterkurbeln musst.
- Doppelachse: Miss den Radstand bis zur Mitte zwischen den beiden Achsen, nicht bis zur hinteren. Beim Ausgleich quer gehören die Keile unter beide Räder der Seite.
- Kein Bezug gewählt: Die App bleibt dann neutral und schreibt „vorne anheben“ oder „hinten anheben“.
Gut zu wissen
- Die Neigung kommt nur über Bluetooth. Bist du über REMOTE verbunden, zeigt die Kachel „Im Remote nicht verfügbar“.
- Brauchst du beide Richtungen, addieren sich die Werte an dem Rad, das in beiden tiefer steht. Im Beispiel: vorne rechts 9 + 7 = 16 cm, vorne links 9 cm, hinten rechts 7 cm.
- Fehlt nur eines der beiden Maße, zeigt die App den Ausgleich für die andere Richtung trotzdem an.
- Fehlt in den Fahrzeugdaten der Abschnitt „Nivellierung“, ist die Firmware des BRAIN zu alt oder als Fahrzeugart ist „Boot“ gewählt.
- Die Kalibrierung gehört zur Einbaulage. Baust du das BRAIN um, wähle die neue Lage und kalibriere neu.
- An welcher Stelle im Fahrzeug das BRAIN sitzt, spielt für die Rechnung keine Rolle. Es zählt nur, wie es ausgerichtet ist.
- Meldet die App „Kalibrierung übersteht keinen Neustart“, gilt die Nulllage nur bis zum nächsten Neustart des BRAIN. Kalibriere bei Gelegenheit noch einmal.
- Das Info-Symbol oben rechts im Dialog startet eine Tour, die jeden Bereich erklärt.
- Die Neigung lässt sich auch als Bedingung nutzen, zum Beispiel für einen Hinweis bei starker Schräglage. Wie das geht, steht im Artikel Automationen einrichten.